HOCHZEITSZEITUNG: Liebeserklärungen

Chefredakteure einer Hochzeitszeitung sind auch in Personalunion Herausgeber dieses Extrablattes und tragen somit die nicht unbedeutende Verantwortung, dass dieses persönliche Geschenk auch erfreut und gelingt. Hochzeitszeitungen sind nun mal bedeutsamere und individuellere Geschenke als die meisten anderen; dazu gehört es auch, dass sie von vielen Menschen beurteilt werden. Da Ihnen somit die Redaktion sowie die Konzeption der Hochzeitszeitung zufällt, tragen Sie die Verantwortung für die Qualität des Inhalts, der in erster Linie über den Erfolg der Hochzeitszeitung entscheidet. Niemals vernachlässigen dürfen Sie aber das Layout und den Druck der Extraausgabe. Lediglich die perfekte Mischung von allem ergibt eine bestmögliche Hochzeitszeitung.

Wie stets bei besonderen Anlässen darf nur Qualität die Richtschnur darstellen. Hochzeitszeitungen werden von den Leserinnen und Lesern in erster Linie zu Unterhaltungszwecken studiert und erst in zweiter Linie aus Gründen der Information. Je interessanter die Hochzeitszeitung sein soll, je mehr „intime“ Anekdoten aus der Vergangenheit von Braut/Bräutigam sollten in ihr enthalten sein. Die Königshäuser dieser Welt können dabei gerne (entfernte) Vorbilder sein, denn auch bei deren Hochzeiten bilden Klatsch und Tratsch das A und O! Danach gilt der Fokus aber sofort den eher technischen Faktoren, gebildet aus zuallererst dem optimalen Druckverfahren, der Güte und Beschaffenheit des Papiers und einem vortrefflichen Layout.

Bei der inhaltlichen Bearbeitung der von Ihnen verantworteten Hochzeitszeitung könnten Sie u.U. bemerken, dass das Material ungleich auf Braut und Bräutigam verteilt ist. Weil es häufig so ist, dass der Autor einen Part des Paares besser/länger/intensiver kennt als sein Gegenstück, geriete die von Ihnen herausgegebene Hochzeitszeitung demnach in eine Art Schieflage. Aus diesem Grunde liegt es in Ihrer Verantwortung, Infos auch für den weniger präsenten Teil des Paares zu recherchieren. Das Redaktionsteam Ihrer Hochzeitszeitung erfährt auf diese Weise eine angenehme Vergrößerung - Eltern, Omas, Brüder, Opas, Schwestern, Tanten sollten Sie für diese Aufgabe engagieren. Außer den Anekdoten, die sie bestimmt gerne ausplaudern, haben sie einen kostbaren Besitz, den sie hoffentlich gerne teilen: Fotografien, aus alten und weniger alten Tagen, die Braut und Bräutigam in witzigen Situationen oder auf eine unbekannte Art zeigen (z.B. früherer Kleidungsstil, der Mode angepasste Frisuren etc.), was entscheidend zum Gelingen Ihrer Extraausgabe, dieser Hochzeitszeitung, beitragen wird.

Oftmals ergibt aber das gesamte Material an (fiktiven und nichtfiktiven) Texten und Fotografien noch keine Hochzeitszeitung ohne hässlichen weiße Stellen, denn häufig sind Texte zu kurz oder Fotos zu klein. Sollte also bei Ihrer Hochzeitszeitung noch etwas Füllung vonnöten sein, eignen sich Fülltexte zur optischen Anreicherung. Falls man das Paar ausreichend genug kennt, könnte man fiktive Liebeserklärungen des einen an den anderen und umgekehrt als „persönliche Beiträge“ in die Extraausgabe aufnehmen, die bestimmt zum Schmunzeln verleiten …